Vorbericht: 285. Auktion

285. Auktion – 18. September 2020

Nachlass eines Sammlers aus Seeshaupt am Starnberger See

Neben dem stets reichen und vielfältigen Angebot an Alter und Neuer Kunst, bietet K&K in der 285. Auktion am 18. September diesmal den spektakulären Nachlass eines Sammlers mit breitem Interesse für den Orient, Asien und darüber hinaus. Dabei sind mehrere hundert antike Sammlerteppiche und Flachgewebe, überwiegend aus der Türkei, Iran und Zentralasien, afrikanische und indonesische Stammeskunst, Skulpturen der Inuit, Masken aus Papua Neuguinea, aber ebenso eine Sammlung chinesischer und japanischer Keramik und Kleinkunst, dabei feinste Snuffbottles und Teeschalen der chinesischen Song-Dynastie. Ein besonderes Highlight aber ist die große Blauweiß-Porzellanvase (H 63,5 cm), um 1700 auf Bestellung des französischen Adels unter dem chinesischen Kaiser Kangxi gefertigt. Die Vase in der traditionellen Form Gu zeigt in vier Ansichten vornehme Damen des Barock nach französischen Bildvorlagen, die zu jener Zeit ohne Internet aufwändig per Schiff von Kontinent zu Kontinent geschickt wurden, um ein Jahr später als Vasenmotiv in Porzellan nach Europa zurückzukehren. Ein Gegenstück der Vase befindet sich im Musée Guimet in Paris (Taxe: € 7000-9000,-/ Limit: € 2500,-).

Für Sammler alter chinesischer Malerei dürfte die Tuschezeichnung mit Bogenschützen zu Pferd auf Seide mit dem Siegel „Zhongmu“, Ehrenname (zi) des Malers Zhao Yong (1289-1360) der Yuan-Zeit u. Sammler-Siegel „Tingmei“, zertifiziert durch Yves Cosqueric (Taxe: 4000-5000,-/ Limit: € 1500,-), nicht uninteressant sein.

Die Textil-Sammlung umfasst mehrere antike türkische Kelims und Sumaks, u.a. Aksaray, Konya, Obruk, Fethiye, Antep und aus dem Kaukasus-Gebiet (Taxen: € 1000-1500,-/ Limits: € 20,-), Teppiche, Taschen, Tschowals, Mafrasch-Koffertaschen, Zeltzubehör der Nomaden im Iran und Zentralasien des 19. und frühen 20. Jhs., dabei auch seltene antike Takyabs, Schutzornamente für Packtiere aus Tibet (Taxe: € 1200-1500,-/ Limit: € 20,-). Auch eine feine Steingutschale aus Nishapur, Persien, 10. Jh. (Taxe: € 900-1200,-/ Limit: € 300,-) ist dabei. Neben einem indischen Tagebett, Swat-Truhen, tibetischen Meditationsbildern, Thangkas sowie Trageschreinen, sind vor allem neun Inuit-Skulpturen aus Serpentin, u.a. von Kabubawakota Tunillie (Taxe: € 900-1200,-/ Limit: € 190,-), Paulassie Pootoogook (Taxe: € 900-1200,-/ Limit: € 190,-), hervorzuheben.

Moderne Kunst ist diesmal wieder mit vielen großen Namen vertreten, dabei eine umfangreiche Sammlung Bronzen und Grafiken von Paul Wunderlich (68 Lose). Im Bereich Grafik und Künstlerbücher sind Arbeiten von Joseph Beuys, Abidin Elderoglu, Nissan Engel, Peter Fischli & David Weiß, Otto Herbert Hajek, Keith Haring, Friedensreich Hundertwasser (Farbholzschnitt „Die Nachbarn I Spiralsonne und Mondhaus“ Taxe: € 2000-2500,- / Limit: € 20,-), Jasper Johns (“After Holbein” Lithographie von (19)93, Taxe: € 2000-2400,- / Limit: € 20), Martin Kippenberger, Max Klinger, Oskar Kokoschka, Karl Korab, Roy Lichtenstein, Henri Matisse, A.R. Penck, Siegmar Polke, Mel Ramos, Bernhard Schultze, Katharina Sieverding, Antoni Tapies, Günther Uecker, Tomi Ungerer, Hannsjörg Voth sowie Originale von Edward Allington, Gordon Anderson, Aldo Bonadei (Stillleben, Ölgemälde, Taxe: € 2600-2800,- / Limit: € 500,-), Walter Heinrich (“Mr Kreuzmann”, großes informelles Gemälde, Mischtechnik, Taxe: € 1000-1200,- / Limit: € 290,-), Tim Johnson, Maurice Mendjisky (Selbstporträt an der Staffelei, Ölgemälde vor 1920, Taxe: € 2600-2800,- / Limit: € 650,-), Prosper Münch, Lucas Suppin, Daniel Weil, Alexander Zlatkin, Beat Zoderer („Flechtwerk“, Mischtechnik, 1995 Taxe: € 3000-3500,- / Limit: € 450,-) u.v.a. zu haben.

Die große Wandskulptur “Neuf manières premières de fractionner un parallélogramme” von Antoine Graff, 1994 (Taxe: 2400-2600,- / Limit: € 600,-), die Eisenplastik von Robert Jacobsen (Taxe: € 1800-2000,- / Limit: € 300,-) und die Bronze „Standing Bull“ von Elie Nadelman, ein Nachguss (Taxe: € 4500-5000,- / Limit: € 900,-), zählen zu den hervorragenden modernen Plastiken. Im Bereich Fotografie sei „Imposanter Sternenhimmel “16h 30m/-50° (STE 5.01)“ von Thomas Ruff von 1994 (Taxe: € 1200-1400,- / Limit: € 20,-) erwähnt.

Klassische Antiquitäten und Sammlerware dürfen nicht fehlen: zahlreich sind Porzellane von Meißen (z.B. paar Zwiebelmuster-“Trembleuse”), Herend, Wien-Augarten, Nymphenburg, Rosenthal (u.a. der große Wanderfalke von Fritz Heidenreich, 1939) u.a., dabei eine studentische Freundschaftstasse von 1865 der Gothaer Porzellanmanufaktur; Silberwaren, eine große Sammlung Wiener-Bronzen, Spieluhren, Uhren, Schmuck u.v.m.

Zwar nicht alt, aber doch sehr elegant sind der Couchtisch mit dem “Fliegenden Pferd von Gansu”, Maison Charles, Paris (Taxe: € 2000-2500,- / Limit: € 450,-) und die zwei Lehnsessel und ein Fußhocker von Giorgetti, Italien (Taxe: € 2000-2500,- / Limit: € 450,-).